2.Männer

Trainer
Martin Ritt

Trainingszeiten - 2.Männer
Di: 20.00 - 22.00 Archenhold-Gymnasium
Do: 20.30 - 22:00 Siriusstraße

Ajax Altglienicke II - HSG Neukölln III 25:25 (16:10)

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in 2.Männer

Es ist der Kontinuität und den Lesegewohnheiten geschuldet, dass ich hier zu unserer Leistung am Samstag nur einen Spielbericht schreibe. Denn eigentlich fanden an diesem Abend zwei Spiele statt: Das erste von Minute 1 bis Minute 42 (und vielleicht auch noch in der letzten Minute), das zweite zwischen der 42. und der 59. Minute.
Der Blick auf das Hinspiel und die Tabelle machte die Ausgangssituation deutlich: Das Hinspiel ging 30:18 an den Gegner, und vor Spielbeginn stand Neukölln mit nur 3 Minuspunkten an der Tabellenspitze, wir auf Platz sechs. Dennoch Lichtblicke: Wir hatten eine (fast) volle Bank, und der Helene-Beach-Invalide war wieder am Start! Welcome back!


Dann begann Spiel 1. Wir begannen vor allem sehr stark in der Abwehr. Das erste Tor machte Neukölln nach 3 Minuten, das zweite dann nach weiteren sechs Minuten. Und wenn man eine der stärksten Angriffsformationen der Liga (im Schnitt ca. 29 erzielte Tore pro Spiel) dazu bringt, in der 12. Minute erst das dritte Tor zu werfen, dann macht man auf jeden Fall etwas richtig. Natürlich stellten sich auch die Neuköllner auf unsere Abwehr ein und waren dann etwas häufiger erfolgreich. Aber weil wir zugleich weiter erfolgreich unsere Chancen herausspielten und (man höre und staune!) auch verwandelten, hielten wir den Gegner auf Abstand. Dabei war schön zu sehen, dass wir uns auch nicht aus der Ruhe bringen ließen, als Neukölln in der 21. Minute auf ein Tor herankam (10:9). Im Gegenteil, es folgte ein 6:1-Lauf, der dann mit dem Halbzeitpfiff bei 16:10 endete.
Nun ist ja Martin nicht gerade der Gott der Halbzeitansprache. Aber was soll man auch sagen, wenn man den Tabellenführer gerade nach allen Regeln der Kunst filetiert? Lediglich der Hinweis, dass das Spiel noch nicht vorbei sei, durfte natürlich nicht fehlen.
Und zuerst sah alles danach aus, dass wir uns das auch zu Herzen nehmen würden. Die Abwehr war weiterhin recht bissig, der Angriff vielleicht nicht mehr so gefährlich wie zu Beginn, aber alles in allem hatten wir das Heft weiterhin in der Hand. Was dann allerdings passierte, ist uns selber weiterhin ziemlich unerklärlich. War beim 21:15 in der 42. Minute der Halbzeitvorsprung von sechs Toren noch vorhanden, vergaßen wir anscheinend komplett, wie das mit dem Handballspielen geht. Über 22:18 und 23:22 ging Neukölln in der 57. Minute sogar mit 23:24 in Führung! Ein Tor von Fred, ein verwandelter Strafwurf von Neukölln, und es stand eine Minute vor Schluss 24:25 gegen uns. Letzter Angriff, ein Pfiff, 7m! Propper trat an, und in echter Kupetz’scher Kaltschnäuzigkeit rettete er uns das Unentschieden!
Selten in meinem Handballleben hat sich ein Unentschieden so sehr wie eine Niederlage angefühlt! Wir hatten den Gegner genau da, wo wir ihn haben wollten (ich werde hier wohlweislich nicht die Worte des Trainers zitieren), und das insbesondere als Ergebnis eigener Leistung, nicht durch Glück oder einen stark dezimierten Widersacher. Und dann lassen wir uns hier noch die Butter vom  Brot nehmen… unglaublich! Es tut mir zudem leid für Schmitti, dass wir ihm einen solchen „Einstand“ bescheren mussten.
Aber: Noch letzte Saison, oder sogar zum Beginn dieser Saison, hätten wir ein solches Spiel niemals so im Griff gehabt, und uns nach einem solchen Rückschlag auch niemals noch das Unentschieden gesichert! Da haben wir uns mental  deutlich gebessert, genau wie (größtenteils) unsere Leistung in Angriff und Abwehr.
Und wieder einmal muss ich unsere Youngster loben, diesmal insbesondere Niklas und wieder einmal Julian, die sich (teilweise auch notgedrungen) reinhängten, kämpften und Verantwortung übernahmen. Zudem wieder mal ganz stark: Timme und Propper.
Wir haben jetzt seit drei Monaten kein Spiel mehr verloren. Und ich hoffe, dass dieses Spiel, und ganz besonders die Leistung in den ersten 40 Minuten trotz des Unentschiedens den Startschuss für eine geile Rückrunde darstellt.

Gruß Micha