2.Männer

Trainer
Steffen Seeber

HC Pankow - KSV Ajax II 29:28 (10:17)

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in 2.Männer

Nein, ich hab mich nicht verschrieben. End- und Halbzeitstand sind genau richtig herum notiert… bäh!
Wer weiß, ohne Blick auf die Karte, wo die Panke fliesst? Wie manch einer es auszudrücken pflegt: kurz vor der Ostsee (sie mündet aber trotzdem in die Spree 😉). Und in der Grundschule im Panketal (Nord-Nord-Nord-Berlin) mussten wir am Sonntagabend antreten. So weit möchte man natürlich nicht fahren, ohne Punkte mitzunehmen. Gegner war der bis dato punktlose HC Pankow, ein Verein, der in allen seinen Mannschaften unangenehm zu bespielen ist, nie aufsteckt und immer für eine (je nach Vereinszugehörigkeit) unangenehme Überraschung gut ist. Also sprach der Trainer: lasst einen solchen Gegner am Besten gar nicht erst richtig ins Spiel kommen.
Da wir alle Anweisungen des Trainers immer durch ein kurzes Nicken bestätigen und dann jederzeit und immer vollkommen fehlerfrei umsetzen, war die erste Halbzeit ein Kinderspiel. Wir spielten schnell und sicher im Angriff und stabil in der Abwehr und der Gastgeber wusste an beiden Enden des Feldes oftmals überhaupt nicht, was ihn da überrollte. Folgerichtig der Halbzeitstand von 10:17.

Leider machte der Trainer in der Pause den entscheidenden Fehler: er vergaß uns zu sagen, dass wir das Spiel jetzt gewinnen müssten! Und der Coach der Hausherren schien eine Art verbalen Zaubertrank (wahlweise auch andere Spieler) gefunden zu haben, denn seine Truppe kam wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich war Druck da, Angriffe wurden schnell und bis zum Pfiff ausgespielt, in der Abwehr wurde so richtig zugepackt, und der Torwart bekam die Hände an Bälle, denen er in der ersten Halbzeit nur hinterhergucken konnte. Wir waren bei diesen Aktionen leider freundlich behilflich, indem des Öfteren halbherzig geworfen, der Gegner nicht ordentlich festgemacht, und im Allgemeinen schludrig mit dem Ball umgegangen wurde. Und Pankow nutzte das direkt zu einem 6:0-Lauf, dem wir erst durch einen verwandelten Strafwurf in der 40.(!) Minute etwas entgegensetzen konnten. Leider war das kein Fanal, jetzt endlich aufzuwachen. Wir taten uns weiterhin schwer mit den gegnerischen Angriffen, konnten aber immerhin selbst wieder punkten. Trotzdem hatte Pankow Morgenluft gewittert, wollte uns den restlichen Schneid abkaufen und den Sack selber zumachen (jaja, ich gebe zu, dass ich wie die meisten Sportjournalisten pro platter Redewendung bezahlt werde, und das hier war ein sehr lukrativer Satz 😉). Jedenfalls kam es, wie es kommen musste, inklusive äusserst spannender Schlußphase: In der 55. Minute war das Spiel ausgeglichen, darauf gab es die erste Führung für Pankow, In der 58. Minute führten wir wieder, um dann in der 60 Minute doch noch das entscheidende Tor zum 29:28 zu kassieren.
Gratulation an Pankow, wer sich so zurück ins Spiel kämpft, der hat sicherlich Punkte (ok, einer hätte es auch getan) verdient. Aber natürlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen, unsere Hausaufgaben machen und dürfen nicht zulassen, dass der Gegner wieder Oberwasser bekommt (yeah, $$$). Insbesondere an unserer Konstanz sollten wir dringend arbeiten! Immerhin haben wir den Kunden, äh, Zuschauern, dank zweier komplett unterschiedlicher Halbzeiten quasi zwei Spiele zum Preis von einem geboten!
Und noch ein paar Sätze zum allgemeinen Umfeld und den sogenannten „Fans“ (und da möchte ich einige wenige unserer Anhänger ganz explizit nicht ausnehmen): die eigene Mannschaft anzufeuern ist wichtig, ganz klar. Und auch der eine oder andere Kommentar zum Gegner, den Schiedsrichtern oder den Anhängern der Gegenseite bleibt meist nicht aus und gehört sicherlich auch dazu. Wenn es aber dazu kommt, dass (meistens unter dem Einfluss des einen oder anderen alkoholischen Kaltgetränks) geballt Häme, Spott und Beleidigungen über einzelne Spieler ausgeschüttet werden, dann geht das weit über das akzeptable Maß hinaus. Und gerade in einem Sport, bei dem auf dem Feld Fairness und gegenseitige Achtung stärker ausgeprägt sind als bei anderen Sportarten, finde ich so ein Verhalten umso unverständlicher… Mathematisch ausgedrückt könnte man es so sagen: Das Produkt aus Anstand, Handballwissen und Lautstärke ist meistens eine Konstante. Und ein paar der Zuschauer an diesem Wochenende waren schon sehr, sehr laut 😉!
In der Liga geht es am Dienstag, den 05.11. um 20.15 Uhr in der Wartiner Strasse 23 gegen unseren Lieblingsgegner (Bewerbungen für die Rolle als „Lieblingsgegner“ werden immer gerne entgegengenommen, am besten wird dem entsprechenden Kasten Bier ein entsprechender formloser Zweizeiler beigelegt), die SSG Humboldt, Mitaufsteiger und wie wir im Mittelfeld der Tabelle liegend. Ja, es ist ein Dienstag, ja, es ist wieder mal am anderen Ende der Stadt, und ja, wir würden uns über jede Unterstützung freuen 😊.
Schöne Grüße,

Köhn & Koschel Berlin Adlershof