ü40 Männer

Trainer
Bernd Komol

Trainingszeiten - Ü40
Do: 20.00 - 22.00 Sporthalle Köpenzeile

Turnierbericht Final Four der Ü40 vom 06.04.2019

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Alte Herren ü40

Alle Jahre wieder… treffen sich gefühlt die gleichen vier Mannschaften im Velodrom, um den Berliner Meister im betreuten Werfen unter sich auszumachen. Das ist natürlich nicht wirklich wahr, denn zum einen gibt es den Final Four-Modus erst seit letztem Jahr, zum anderen war letztes Jahr Pankow anstelle Rudows dabei. Dennoch waren es natürlich lauter alte Bekannte, die sich in ähnlichen Konstellationen schon seit Jahren auf hohem Niveau um die Krone der alten Männer duellieren. Hier ein Dank an Rotation, die dieses Event jetzt schon zweiten Mal (und sehr gut organisiert) ausgerichtet haben.

Auf unserer Seite hatte es im Vorfeld eifrige Diskussionen gegeben, ob wir an diesem Turnier überhaupt würden teilnehmen können. Im Spannungsfeld von „kann nicht“, „will nicht“, „darf nicht“, „weiß gar nicht, wie das mit dem Handballspielen geht“ oder „hab was Besseres vor“ reduzierte sich die Anzahl verfügbarer Spieler, bis nur noch ein kleines Häufchen Getreuer übrigblieb… und diese glorreichen 10 hätten sich sicher auch nicht träumen lassen, mal in einer solchen Konstellation auf der Platte zu stehen. Kleine Kostprobe? Die wichtigste vor Spielbeginn zu klärende Frage war, ob Sigusch, seines Zeichens natürlich Torsteher, auch kurze Klamotten für den Einsatz im Felde dabei hätte. Diese Diskussion unterband der designierte Star-Außenspieler, indem er sich schon beim Einwerfen vermutlich die Strecksehne eines Fingers riss und sich damit den Logenplatz neben Benni sicherte. Egal, wir hatten ja noch zwei Auswechsler! Hier möchte ich kurz anmerken, dass wir auf diese Weise natürlich den Anspruch der Rudower, die Mannschaft mit den wenigsten Spielern auf dem Protokoll gewesen zu sein, aufs Schärfste zurückweisen!

Im ersten Spiel des Tages ging es natürlich genau gegen diesen unseren Lieblingsrivalen aus dem Süden. Und da Not bekanntlich erfinderisch und anscheinend auch kreativ macht, verteidigten wir hinten gut, und machten vorne mit einer Mischung aus herausgespielten Chancen und teilweise recht simplen Einzelaktionen schöne und wichtige Tore. Mein persönliches Highlight: Ich konnte Boris auf Außen so sehr nerven, dass er zu Strafe für sein Versagen auf die Mitte beordert wurde (von wo aus er mir allerdings gleich einen sehr hübschen Hüftwurf um die Ohren bzw. unter der Sohle durch warf). So hielten wir nicht nur gut mit, sondern führten drei Minuten vor Schluss sogar mit drei Toren! Dann (und hier kann ich meiner jungen und unerfahrenen Mannschaft mit einer gemeinschaftlichen Handballgeschichte von kaum 200 Jahren keinerlei Vorwurf machen) wurden wir leider nervös und fahrig. Rudow verteidigte offensiv, wir verwarfen noch ein paar hundertprozentige Chancen, und wenn wir dazu nicht kamen dann lediglich, weil wir den Ball vorher ins Aus oder direkt zum Gegner spielten. Und es kam wie es kommen musste: 20 Sekunden vor dem Ende stand es tatsächlich 19:19. Weil die Luft in der Halle schon recht stickig wurde (böse Stimmen behaupten, den Spielern würde eventuell die Puste ausgehen – Verleumdung!), ging man sofort zum 7m-Werfen über. Leider sorgte hier eine kurzeitige Raum-Zeit-Singularität für eine plötzliche Verschiebung des Tores, zwei unserer Schützen konnten so nur neben den Pfosten werfen (das falsche „Daneben“), und wir verloren schließlich mit 25:24.

Das zweite Halbfinale zwischen den Gastgebern und der SG Narva war deutlich kampfbetont, sodass beispielsweise Rotation zu einem Zeitpunkt mit nur noch drei Feldspielern auf der Platte vertreten war. Diese Partie ging dann recht eindeutig mit 11:18 an den amtierenden Meister. Damit standen die beiden abschließenden Partien des Tages fest. Doch vor den Sieg hat der Herrgott den einen Stoff gesetzt, den jede Ü40-Mannschaft braucht, ohne den kein Training, kein Spiel denkbar ist, und dessen natürliche Zutaten fast jeden Spieler wieder munter machen. Bier? Ja, Bier gab’s auch, aber für eine Mannschaft unseres Alters ist FINALGON viel bedeutsamer. Als dann alle Gelenke, Muskeln und alles sonst Schmerzende behandelt war, begann der Kassen- bzw. Spielersturz (einige Jungs klagten inzwischen über Zipperlein, die ein Weiterspielen ganz und gar unmöglich machen würden). Erstes Ergebnis: Selbst wenn wir den beschädigten Sigusch aufs Feld schickten, wären wir einer zu wenig. Ebenso klar war aber auch, dass wir Rotation, so nett sie uns auch an diesem Tag aufgenommen und bewirtet hatten, den dritten Platz und damit den Satz schmucker mundgeklöppelter und handgravierter wertvoller Edelmetallplaketten nicht kampflos überlassen würden. Und so wurden dann doch noch ein paar Reserven bei dem einen oder anderen entdeckt, und wir beschlossen, zumindest aufs Feld zu gehen und dann eventuell erst dort theatralisch unsere jungen Leben (zumindest metaphorisch) auszuhauchen.

Und wieder kam alles anders als gedacht: Von Anfang an dominierten wir das Spiel, nutzen vorhandene (und nicht vorhandene) Freiräume, verteidigten gut und machten den Hausherren das Leben so schwer wie möglich. Die waren zwar sicherlich auch nicht in Bestbesetzung angetreten, aber wenn man sich vor Augen führt, dass wir zum einen extrem geschwächt in das Turnier gegangen waren, zum anderen vor einigen Wochen im Spiel in der regulären Saison noch deutlich unterlegen waren und dann heute auch noch Kai durch einen taktisch geschickten Schnürsenkelfaserriss in der zweiten Hälfte verloren (so schaffte er es noch rechtzeitig nach Köpenick zu seinem Zweit-, Dritt-, etc-Job als Trainer) … dann muss man sagen, dass das einfach eine geile Leistung war! Endstand 11:18, damit gehörte das Bling-Bling uns! Hier ein Wort an die armen Kerle, die in Hamburg saßen und sich eine minderwertige Sportveranstaltung ansehen mussten, anstatt einem geilen Handballevent beizuwohnen: Wir haben euch zum Trost auch ein paar von den Klimperdingern mitgenommen 😉 .

Abschließend soll nicht vergessen werden, dass Rudow das Turnier schlussendlich für sich entscheiden konnte (22:17). Daher unser Fazit: Wir haben das Halbfinale äußerst knapp gegen einen Gegner verloren, der in der laufenden Saison nur eine Niederlage hatte hinnehmen müssen, gegen den wir noch im Februar mit sieben Toren den Kürzeren gezogen hatten, und der am Ende als Berliner Meister feststand. Im Spiel um Platz drei haben wir eine weitere Mannschaft dominiert, die in der Abschlusstabelle klar vor uns gelegen hatte. Und wir haben uns diesen dritten Platz wahrlich erkämpft und hart erarbeitet. Jetzt, mit einigen Tagen Abstand, kann ich das zumindest so sehen und bin nur noch ein klein wenig traurig über die Halbfinalniederlage.

Leider war dieses Turnier zugleich der Abschied von Benni, der uns als Trainer verlassen wird. Aber dazu müssen andere bessere Worte finden, denn ich als „Fuchs“ der Truppe bin ja tatsächlich am kürzesten dabei; für andere wird dieser Einschnitt sicher noch gravierender sein. Mir hat es jedenfalls immer sehr viel Spaß mit Benni als Trainer gemacht und ich hätte mir gewünscht, dass er noch eine Saison (oder zwei?) dranhängt.

Liebe Grüße,
Micha